sinavital - TCM Praxis Akupunktur & Tuina, Luzern

Fit in den Frühling

sinavital - TCM Praxis für Akupunktur & Tuina

Fit in den Frühling -  was  Wiesen- und Waldkräuter bewirken

Frische Frühjahrs-Kräuter sind voller Vitalität und eine Wohltat für den Organismus. Sie sind reich an gesunden Bitterstoffen und wirken anregend auf den Stoffwechsel. Sie helfen bei der Verdauung, senken den Blutdruck, wirken blutreinigend, stärken die Abwehr (Blog: Wie stärke ich mein Immunsystem) und vertreiben die Frühjahrsmüdigkeit.

Der Frühling gehört in der chinesischen Medizin zum Element Holz. Wie auch in der Natur steht die Energiebewegung für Neuanfang, Wachstum und die Farbe Grün. Die dem Element Holz zugeordneten Organe Leber und Gallenblase stehen nicht nur in der Schulmedizin, sondern auch in der TCM in einer engen Beziehung zueinander. Die Leber sorgt für einen reibungslosen, harmonischen Qi (Energie)-Fluss und die Gallenblase für eine ungehinderte Gallenspeicherung und -sekretion.

In der TCM wird die Leber mit dem General versinnbildlicht. Sie entwickelt Visionen und Pläne, ist voller Tatkraft und Motivation. Die Gallenblase entscheidet, ob ein Plan umgesetzt wird und verhilft zu Mut und Initiative. Wenn die Leber und die Gallenblase gut zusammenarbeiten, ist das persönliche Potential an Kreativität, Selbstverwirklichung sowie ein gesundes Mass an Durchsetzungsvermögen und Entscheidungskraft gegeben.

Die nach oben wirkende Energie im Frühling ist deshalb ein guter Zeitpunkt, um die Holz-Energie der Leber zu harmonisieren und die allenfalls entstandenen Nässe-Ansammlungen des Winters im Körper auszuleiten. Dafür eignet sich u.a. der bittere, scharfe Geschmack, den wir von Kräutern wie Löwenzahn, Brennnessel, Mariendistel, Schafgarbe, Bärlauch und Kresse kennen.

Nutze somit das Erwachen der Natur und erziele auf einfache Weise eine grosse Wirkung auf deine Gesundheit durch Frühlingsspaziergänge, verbunden mit Kräuter sammeln*: Die frische Luft weckt deinen Geist sowie die Ideen und Kreativität deiner Leber. Bewegung fördert deinen Energie- und Blutkreislauf und die Verwendung der vitalen Kräuter im Essen stärkt deine Leberfunktion und hilft die vom Winter angesammelten Schlacken zu transformieren. Es gibt unzählige heimische Kräuter, die sich der Frühlingssonne entgegen strecken. Einige bekannte Wildkräuter stelle ich dir hier vor: 

 

Bärlauch

  

Ernte

März - Mai (am besten vor oder während der Blütezeit, danach werden die Blätter fasriger)

  

Verwendung

Die Blätter können roh gehackt wie Knoblauch und Schnittlauch verwendet werden. Der Bärlauch passt zu Salate, Getreide (z.B. Kräuter-Risotto) oder Suppen und wird oft zu Pesto verarbeitet.

Wirkung    

Bärlauch ist reich an Vitamin C, Eisen, Magnesium und Mangan. Er wirkt krampflösend, entzündungshemmend, stoffwechselanregend, entwässernd, blutdrucksenkend und gegen Arterienverkalkung. So wird der «wilde Knoblauch» oft bei Arteriosklerose, hohem Blutdruck und Cholesterinspiegel, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit, bei Frühjahrsmüdigkeit, Erkältungen, Kopfschmerzen, Entgiftungskuren und Rheuma eingesetzt.

 

Wenn du an Magenschmerzen, Sodbrennen oder Gastritis leidest, ist der Bärlauch eher mit Vorsicht und nur in kleineren Mengen zu geniessen.

 

Tipp           

Wusstest du, dass der Bärlauch einen 20x höheren Gehalt an Adenosin wie der Knoblauch besitzt und dich dank seinen wertvollen antioxidativen Eigenschaften vor vorzeitiger Alterung, Herzinfarkt und Thrombosen schützt?

 

Standort

Den Bärlauch findest du im Wald, an schattigen Orten, Parks und Gärten mit waldartiger, feuchter Erde.

Achtung: Beim Sammeln von Bärlauch besteht eine gewisse Verwechslungsgefahr mit dem toxischen Maiglöckchen und der giftigen Herbstzeitlose. Es ist sehr wichtig, dass du überprüfst, ob die Blätter deutlich nach Knoblauch riechen, in dem du ein Blatt leicht mit den Fingern verreibst. Bärlauchblätter sind lang gestielt und jeder Blütenstengel wächst einzeln direkt aus der Zwiebel. 

 

Hier verrate ich dir mein Lieblingsrezept mit Bärlauch 

 

Brennnessel

  

Ernte

Blätter: März bis Juni

Samen: August/September

 

Verwendung

Die Blätter mit Wasser überbrühen oder für ca. 2 Minuten blanchieren, damit sie nicht im Mund brennen. Brennnessel kann für Salate (v.a. die obersten und zartesten Blätter), Suppen oder gedünstet wie Spinat verwendet werden.

 

Wirkung

Die Brennnessel wirkt auf den Stoffwechsel und die Galle anregend, ist harntreibend und hilft bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, rheumatischen Beschwerden, Prostata und bei Hauterkrankungen. Gekochte Brennnesseln sind ausgezeichnete Eisenlieferanten. Ein Teeaufguss kann bei zu starker oder unregelmässiger Menstruationsblutung oder auch in den Wechseljahren regulierend wirken.

 

Sie enthält auch sehr viele Flavonoide, etwa 3x so viel Eisen wie Spinat, 6x mehr Kalzium wie Milch, 7x so viel Vitamin C wie Orangen, dazu einiges an Magnesium, Silizium und Vitamin A.

 

Tipp

Wer das „Verbrennen“ mit der Nessel vermeiden möchte, muss das Kraut von unten nach oben abstreifen. Gummihandschuhe schützen natürlich ebenfalls.

Wusstest du, dass das Besprühen von Pflanzen mit einem Brennnesselsud diese auf natürliche Art gegen Läuse und Pilzbefall schützen?

           

Standort

In der Nähe von Holz oder bei verdorrten letztjährigen Brennnesselstängeln, vorzugsweise in feuchten und stickstoffreichen Böden, an sonnigen bis halbschattigen Standorten.

 

 

Hier verrate ich dir mein Lieblingsrezept mit Brennnesseln

 

 

"Söiblueme" (Löwenzahn)

 

Ernte

Blätter: April-Mai, Blüte: April-Juni, Wurzel: Frühjahr oder Frühherbst

 

Verwendung

Blätter, Knospen, Blüten eignen sich für Salate, als Kapernersatz (Knospen in Essig einlegen), feingeschnittene Blätter zum Würzen von Suppen und Saucen und als Dekoration

 

Wirkung

Löwenzahn wirkt vorbeugend gegen zu hohen Blutzucker, ist harntreibend und wirkt gegen Nierengriess, regt den Appetit und den Gallenfluss an, reinigt das Blut und beseitigt Giftstoffe. Er hilft bei Rheuma, Gicht, Arthrose, Blähungen, Verstopfung, Blasenentzündungen, nässenden Wunden, Hauterkrankungen wie Ekzeme, Akne, Dermatitis, Psoriasis, Brustdrüsenentzündungen, geschwollenen und geröteten Augen und Medikamentenbelastung.

 

Der Löwenzahn verfügt über viel Vitamin C, Eisen und Kalium.

 

Achtung: Bei Nierenerkrankungen ist der Löwenzahn nicht zu empfehlen

 

Standort

überall auf Wiesen

 

Tipp

Getrocknet, geröstet und gemahlen dient die Löwenzahnwurzel als koffeinfreier Kaffee-Ersatz. Wem der Aufwand dafür zu hoch ist, findet das Pulver auch im Verkauf.

Fun fact

Kennst du den französischen Namen des Löwenzahns? Durch seine wassertreibende Wirkung wird er «Pissenlit» genannt, was auf Deutsch «pinkle ins Bett» heisst. Trotz des amüsanten Namens unterstützt der Löwenzahntee die Behandlung von Blasenentzündungen bestens.

Hier verrate ich dir mein Lieblingsrezept mit Löwenzahn

 

 

Extra-Tipp

Falls deine Spaziergänge durch Wälder und über Wiesen in wilde Euphorie ausarten und du zu Hause nicht mehr weisst, wie die verschiedenen Kräuter zu verarbeiten sind, empfehle ich dir die Grüne-Neun-Suppe. Diese weckt bestimmt deine Lebensgeister!

 

 

 

* Sammle nur die Kräuter, die du kennst und ohne Zweifel bestimmen kannst. Kräuterbücher und App’s (z.B. Wildkräuter und Beeren bestimmen, Appverlag) helfen dir bei Zweifel.

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